Den eigenen Wald professionell pflegen

Die Bayerische Waldbauernschule (WBS) bietet auch 2026 vielfältige Kurse für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer

Von Generation zu Generation wird in Waldbesitzerfamilien das eigene Wissen zur Waldpflege weitergegeben. In Zeiten des Klimawandels reicht der eigene Erfahrungsschatz aber oft nicht mehr aus, um einen möglichst widerstandsfähigen, stabilen Zukunftswald aufzubauen. Da lohnt es, sich weiterzubilden und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Für „Neulinge“ bei der Waldbewirtschaftung gilt das sowieso. Die Bayerische Waldbauern-schule in Kelheim bietet dafür auch im Jahr 2026 vielfältige Kurse mit hohem Praxisbezug an.

Bei den Waldtechnikkursen steht das Lernen „am Gerät“ im Vordergrund. Die technischen Abläufe und die Arbeitssicherheit werden unter Anleitung erfahrender Forstwirtschaftsmeister professionell eingeübt. Ziel dabei ist, dass die einzelnen Kursteilnehmer mit maximalem Praxisbezug lernen können.

Bei den Waldfachkursen wird von Forstleuten waldbauliches und forstfachliches Wissen vermittelt. Die Themenpalette reicht von Waldbauregeln, über die Waldbewirtschaftung bei verschiedenen Ausgangssituationen, die Holzsortierung, die Anlage von Rückegassen, die Holzernte, Aufarbeitung und Bringung, die Pflanzung, bis hin zu waldgesetzlichen Vorgaben, forstlicher Förderung, Waldschutz und vielem mehr. Es können einzelne Bausteine oder gesamte Fortbildungsmodule gebucht werden. Auch Online-Kurse sind im Programm.

Neuheiten Kursprogramm 2026

Im neuen eintägigen Kurs „Baumarten für den Wald von morgen“ wird der Blick gezielt auf seltene einheimische und alternative Baumarten gerichtet. In der Theorie und vor Ort im Wald werden z.B. Elsbeere, Kirsche, Wildobst oder Edelkastanie, Baumhasel, Zerreiche und Zeder behandelt.

Erstmals wird auch der „Grundlagenkurs für Neueinsteiger bei FZus“ (zweitätig) angeboten. Sowohl Beschäftigte als auch Ehrenamtler sind angesprochen. Erfahrene FZus- und Ministeriumsvertreter geben als Referentinnen und Referenten Einblicke in die Arbeits- und Verantwortungsbereiche. Auch eine rechtliche Grundeinordnung, die Förderung der FZus und das Geschäftsfeld Holzverkauf stehen auf dem Programm. 

Viele weitere Schwerpunkte werden im Kursprogramm 2026 aufgegriffen. Motorsägen-, Seilwinden-, und Rückewagenkurse können ebenso wie Pflanzungs- und Wertastungskurse belegt werden. Aktuelle Themen, wie die Verkehrssicherungspflicht im Wald, das Thema Waldnaturschutz oder die Pflege von Forstwegen werden behandelt.

Eine frühzeitige Anmeldung ist empfehlenswert.

Kursanmeldung:

Die Anmeldung für die jeweiligen Kurse kann direkt im wbs-shop auf der Internetseite www.waldbauernschule.de  erfolgen. Alternativ sind Auskunft und Anmeldung auch telefonisch unter 09441 6833-0 möglich.

Die Kurspreise verstehen sich inklusive Verpflegung und bei mehrtägigen Kursen auch einschließlich der Übernachtungskosten in modernen Gästezimmern. Waldbesitzer und ihre Familienangehörigen erhalten durch Unterstützung des Freistaats Bayern vergünstigte Preise.

Bildtext (Bildautorin I. Kuhn, WBS; Abdruck honorarfrei):

(Bild „mechanischer Fällkeil“):
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oderne Fällhilfen, wie fernbedienbare Fällkeile, können an der Waldbauernschule zum Beispiel im Motorsägen-Fortgeschrittenenkurs selbst ausprobiert werden.

Ibalis, Die neue Waldförderung 2025

Seit dem 1.7.2025 ist die neue Förderung freigeschaltet und wird über das für den Forst erweitere Förderportal der Landwirtschaft „Ibalis“ beantragt.

Um über die neue Förderung, die neuen Holzpreise und die Antragsstellung über Ibalis zu informieren haben wir eine Schulung zusammengestellt um ihnen diese Informationen zukommen zu lassen. Wir haben drei Termine vorbereitet an denen wir ihnen alle nötigen Informationen mit der Unterstützung der Amtsförster näher bringen wollen.

Am 12. August sind wir beim Burger Wirt in Oberhatzkofen um 18:00

Am 19. August sind wir bei der Gastwirtschaft Wolf in Unterlaichling 3 Schierling um 19:30

Am 26. August sind wir im Gasthof Wellenhofer in Eitting 55 (Laberweinting)

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit zahlreicher Teilnahme.

Holzpreise steigen mit den Temperaturen

In weiten Teilen Bayern ist die Nachfrage nach Holz diesen Sommer sehr hoch. Diese Nachfrage treibt den Preis. Für Fichten Standartfixlängen frisch werden derzeit 117,-€/fm (2b-4b B/C) gezahlt. Käferholz liegt bei stabilen 100,- €/Fm (2b – 4b).

Sollten sie einen Holzeinschlag planen, bitten wir sie Aufgrund der vielen verschiedenen Käufer mit unterschiedlichen Aushaltungslängen zuerst Rücksprache mit dem Zuständigen Waldwart zu halten.

Lehrgang zum Seilwindeneinsatz mit SVLFG

Am 1. Dezember haben wir einen sehr erfolgreichen Lehrgang zum sicheren Umgang mit der Forstseilwinde abgehalten.

Zwei Tag lang haben sich fast 60 unserer Mitglieder die Zeit genommen, um sich über den sicheren Umgang mit der Forstseilwinde zu informieren. Begonnen haben wir mit einem theoretischen Teil, der von unseren engen Unterstützer der SVLFG Johannes Holzer gehalten wurde. Dieser beinhaltete die wichtigsten Fällschnitte und Sicherheitsregeln, sowie Seilverbindungen und nützlichen Infos. Danach ging es gestärkt mit einem zünftigen Mittagessen raus in die verschneiten Schierlinger Wälder.

Trotz widriger Witterung und 30cm Neuschnee wurde Schritt für Schritt erklärt und gezeigt wie ein Baum mit Hilfe der Forstseilwinde sicher abgezogen/Abgedreht und auch vollständig gefällt werden kann. Mit viel Geschick und Können wurde die Fällung professionell und eindrucksvoll vorgeführt. Nebenher war selbst für sehr geübte Holzfäller und Waldbesitzer, der eine oder andere Hilfreiche Tipp dabei und viele interessante aufschlussreiche Diskussionen.

Die Nachfrage nach unserem Kurs war so groß, dass wir sogar einen kompletten zweiten Kurs zusammenstellen konnten. Hier gilt unser besonderer Dank der SVLFG vertreten durch Johannes Holzer und mit seinem Kollegen, die uns diese spannende Informative Schulung zu gehalten haben.

Borkenkäfer aus dem Winterschlaf erwacht!

Der Buchdrucker ist nach seiner Winterruhe wieder aktiv und das Männchen hat begonnen sich einzubohren. Grade jetzt bei dem trockenen Wetter bietet es sich an nach frischem Bohrmehl zu suchen. Vor allem an den Rändern der letztjährigen Käferlöcher und an geschwächten oder verletzten Bäumen sollte man jetzt besonders gründlich suchen. Auch starker Harzfluss im unteren Kronenbereich kann ein Indiz für einen Befall sein.

Ab dem Einbohren des Käfers bleibt ca. 1 Woche in denen die „Altkäfer“ im Stamm bleiben und bis zu 5 Wochen bis die „Jungkäfer“ sich fertig entwickelt haben und ausfliegen.

Kontrollieren Sie ihre Wälder, stellen Sie sicher, dass Sie keinen Windwurf oder Schneebruch übersehen haben, kontrollieren Sie ihre Wälder auch aus einer größeren Entfernung um sicherzustellen, dass ihre Bestände keine Zopftrockenen Gipfel aufweist, die von unten nicht einsehbar sind.

Denken Sie auch an die Möglichkeit der Förderung zur Insektizidfreien Bekämpfung des Borkenkäfers, durch die Sie 12,-€/fm zusätzlich zum Holzpreis bekommen, wenn Sie das Holz auf einen der WBV-Sammellagerplätze fahren. Dazu müssen sie nur die Beteiligtenerklärung unter „Formulare“ ausfüllen und uns zukommen lassen. Haben sie Fragen zum Ausfüllen des Formulars oder zu Sammellagerplätze im Allgemeinen, rufen sie uns einfach an.

Wichtig: Wenn sie Holz auf einem Sammellagerplatz lagern, denken sie bitte daran ihr Holz namentlich zu beschriften damit wir es auseinander halten können.

Wir wünschen ihnen einen möglichst käferarmen Start in den Sommer.

Ihr WBV-Team.

Schadholz Förderung wieder möglich

Windwurf, Borkenkäfer, Hagel und co. Schadholz fällt auf die eine oder andere Weise an. Wichtig im Sommer ist es dieses Holz sicher zu lagern bis es verkauft werden kann. Zu diesem Zweck stellt die WBV auch dieses Jahr wieder die bekannten Sammellagerplätze bereit. Um den Mehraufwand der Auslagerung interessanter zu machen, bietet die WBV an, sich als Mitglied an dem Sammelanträgen zur Insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung zu beteiligen.

Zusätzlich zum Holzgeld bekommen sie als Mitglied pro Festmeter Schadholz, dass sie auf den Sammellagerplatz verbringen und über die WBV verkaufen 12,-€ ausbezahlt, sobald die Förderung für das Jahr abgeschlossen wurde.

Die Förderung wird voraussichtlich Mitte April freigeschaltet werden und kann dann je nach Schadenslage bis Ende Oktober (optional auch länger oder kürzer nach ermessen des AELF) genutzt werden. Gerne können sie auch Kleinmengen ab 5 Festmetern pro Polter auf die Sammellagerplätze liefern, welche dann zusammengefasst werden und so zu verkaufsfähigen Einheiten zusammengefasst werden können. Bei Kleinmengen MUSS eine Holzliste zur Bereitstellungsmeldung mit gereicht werden.

Verkaufsfähige Einheiten, die alleine verkauft werden sollen, müssen mindestens 15fm haben.

„Bei dem aufzuarbeitenden oder zu bringenden Holz muss es sich um Schadholz (gebrochenes, geworfenes, bereits befallenes Holz oder um noch fängisches Holz nach Trocken-/ Hagelschaden) handeln. Regulär eingeschlagenes Holz ist nicht förderfähig.“ (Zitat aus dem Merkblatt zum Antrag auf Förderung von waldbaulichen Maßnahmen nach der Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (WALDFÖPR 2020) Vorbeugung und Bekämpfung rindenbrütender Insekten außerhalb von Schutzwald)

An der Sammelförderung können sie sich mit folgender Erklärung beteiligen: https://wbv-schierling.de/?jet_download=3896

WICHTIG: Das Holz muss auf einen amtlich anerkannten Sammellagerplatz gebracht werden. Eine Förderung über den Sammelantrag ist z.B. nicht möglich wenn das Holz zu Hause am Hof gelagert wird.

Holz das auf einen Sammellagerplatz gebracht wird bitte unbedingt mit Namen beschriften

Für weitere Möglichkeiten der Förderung können sie sich bei ihrem zuständigen Amtsförster melden oder sich mit Hilfe des Merkblattes informieren: https://www.waldbesitzer-portal.bayern.de/mam/cms01/wald/waldbesitzer_portal/dateien/merkblatt_rindenbr%C3%BCter_au%C3%9Ferhalb_sw_01.02.2022.pdf

Auch unser Team unterstützt sie gerne.

Wir wünschen ihnen ein Schadfreies Jahr.

Rüsselkäferbefall- Vorbeugen, Erkennen und Behandeln

Immer wieder zeigt sich, dass junge Nadelholzkulturen vom Rüsselkäfer befallen werden. Deshalb möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, wie man einen Befall erkennt und damit umgeht

Lebensweise

Der große braune Rüsselkäfer legt seine Eier in den Stöcken ab, dort entwickeln sich die Larven in ein bis zwei Jahren zum Käfer. Die Stöcke sind bis etwa drei Jahre nach dem Hieb bruttauglich. Erwachsene Tiere fressen am Stamm junger Nadelhölzer und können so Kulturen in den ersten fünf Jahren stark gefährden. Vor allem Flächen in der Nähe von Kahlschlägen sind stark betroffen.

Schwerpunkte der Fraßzeit der Käfer sind ab April bis Juni und im August/September.

Rüsselkäfer mit sichtbarem Pockennarbenfraß an der Pflanze

Schutz und Behandlung

Bevor man zu chemischen Pflanzenschutzmitteln greift, ist es möglich die Käfer mittels Fangrinden oder Fangknüppeln anzulocken und regelmäßig von diesen oder direkt von den Bäumchen abzusammeln.

Für die Behandlung der Fläche mit Pflanzenschutzmitteln ist nach der PEFC-Richtlinie die Bestätigung der Sinnhaftigkeit von einer fachlich qualifizierten Person notwendig. Dies können die Förster des AELF, oder die Förster der WBV sein. Für die Ausbringung und den Erwerb des Insektizids ist der Sachkundenachweis Pflanzenschutz notwendig. Es dürfen nur für die Forstwirtschaft zugelassene Pflanzenschutzmittel verwendet werden.